Inspirierend: Seth Godins Buch „Tribes“ – Newsletter mobilisiert Anhänger

By Annja Weinberger | Außer der Reihe

Nov 01

Auf dem Entrepreneurship Summit in Berlin gab es einen gut sortierten Buchstand und da habe ich es entdeckt: „Tribes“ von Seth Godin. Godin ist der amerikanische Unternehmer und Autor, der die Idee vom „permission marketing“ populär gemacht hat – also die Idee vom Marketing, das auf der Erlaubnis der Adressaten von Marketing-Aktionen basiert.

In „Tribes“ motiviert er dazu, eine Gruppe von Menschen begeisternd anzuführen, die durch eine gemeinsame Idee, ein gemeinsames Streben miteinander verbunden sind.

Eine Episode in seinem Buch, das leider noch nicht auf Deutsch erschienen ist, hat mich besonders fasziniert:

Godin erzählt die Geschichte, wie er in jungen Jahren in einer Software-Firma gearbeitet und vor die Herausforderung gestellt wurde, in kurzer Zeit eine Serie von hochwertigen Computer-Spielen zu entwickeln. Aber er hatte nur drei Programmierer an seiner Seite.

Als er erkannte, dass unter diesen Bedingungen seine Aufgabe nicht zu bewältigen war, begann er einen Newsletter zu schreiben.

Einen Newsletter, den er zwei Mal pro Woche – wirklich so oft: 2 x in der Woche – im Unternehmen verteilte.

Was er darin schrieb?

Er beschrieb, was jeder einzelne der drei Programmierer kürzlich getan hat. Welche Fortschritte und Rückschläge er erlebt hat. Welche Herausforderungen er gemeistert hat. Und er erzählte davon, wie das kleine Team alles daran setzte, die Aufgabe zu meistern.

Was passierte?

Innerhalb weniger Wochen stießen immer mehr Mitarbeiter der Firma zu seinem Team hinzu. Arbeiteten in ihrer Freizeit an Godins Projekt mit. Am Ende hatte er ein Team von ca. 20 Leuten. Alle fühlten sich als Teil einer Gemeinschaft, die sich für etwas Größeres engagiert und Spaß habt.

Das versteht Godin unter Führung. Aber er beschränkt es nicht auf das Geschehen in großen Unternehmen. Jeder kann – im persönlichen wie beruflichen Bereich – Menschen begeistern. Egal, wie klein oder groß die „tribes“ (Stämmen) sind.

Mich hat natürlich besonders fasziniert, welches Instrument er für seine Botschaften genutzt hat: Einen schlichten Text-Newsletter.

Worte haben die Kraft eine Bewegung auszulösen.