Woche 2 Experiment Geben – Geben ist nicht seliger denn Nehmen

By Annja Weinberger | Allgemein

Aug 16

Meine Erfahrung in dieser Woche 2 beim Experiment Geben: Geben ist nicht seliger denn Nehmen.

Geben ist selig und Nehmen ist auch selig.

Ich habe es wie die zwei Seiten einer Münze erlebt – untrennbar verbunden. Mal liegt die eine Seite oben – mal ist die andere Seite sichtbar.

Nicht nehmen können ist nicht edel, sondern schade.

Kurzer Wochen-Rückblick:

Montag – Hatte keine Idee, was ich an dem Tag jemandem geben könnte und keine Lust aktiv danach zu suchen. Zur Seite geschoben. Irgendwann kam der Gedanke: Ich kann heute einfach nur Energie, Aufmerksamkeit in eine Sache geben, ohne dass daraus unbedingt eine Tat folgen muss. Einfach mal nur „good vibrations“ zu jemandem schicken – es muss ja nicht immer direkt sichtbar sein. Gedacht, getan – und heraus kam dann doch etwas Konkretes (habe ehrenamtlich einen Newsletter-Text optimiert).

Dienstag – Ähnlich – die anfängliche Euphorie, dass täglich Geben etwas ganz Tolles ist, war nicht da. Habe dennoch etwas gegeben (u.a. zwei Anfragen, die nicht zu mir passten an Kollegen weitergereicht statt einfach abzusagen). Und der Gedanke: Geben ist nichts Besonderes und genau so gut oder nicht gut wie Nehmen – es kommt wie immer auf die Energie an, die drin steckt.

Mittwoch – Geduld in eine Sache geben. Eine große Leistung für mich, wenn es um technische Vorgänge geht. Einem Software-Anbieter in der Beta-Phase Feedback gegeben – und eine weitere Chance.

Donnerstag – Habe mich an eine Großzüigigkeitsübung meiner Vipassana-Lehrer erinnert: Einfach mal jedem – wirklich jedem – Bettler in der U-Bahn etc. , der mich darauf anspricht ein bisschen Geld geben (egal, ob der gerade nervt, ob er Erwachen und Verantwortung für sich übernehmen sollte oder sich mit der Spende Alk kauft). Ok, Bettler treffe ich hier in der Provence gerade nicht. Aber das Prinzip lässt sich übertragen. Einfach mal daran erinnern, dass sich Menschen auf Twitter freuen, wenn ich sie retweete. Gut, das hat nun gar nix mit Betteln zu tun. Nur mit dem Ansatz: Es ist eine kleine Geste, kostet so wenig (Zeit, Geld), warum nicht einfach dran denken (oft vergesse ich Twitter tagelang).

Freitag – Was kann man eigentlich alles geben? Mal rein sprachlich gesehen?

Ne Menge – zum Beispiel: Zeit, Geld, Wertschätzung, Sichtbarkeit, Lob, Tadel, Freude, Energie, Liebe …

Und man kann:

Gas geben

Sich die Kante geben

Einen Schuss Essig ins Kochwasser geben

Auf der Nehmen-Seite war auch was los in dieser Woche: Ich habe so einige herzliche Dankeschöns bekommen 🙂

 

 

 

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