Wie profitieren Coachs, Trainer, Berater von der Gründer-Methode „Lean Startup“?

By Annja Weinberger | Akquise für Dienstleister

Mai 29

Worum geht es in der “Turbo-Methode” Lean Startup?

Kurz gesagt darum: Das eigene Angebot am Markt testen und verbessern, bevor einem das Geld ausgeht.

Genauer habe ich den Ansatz bereits in diesem früheren Blogpost vorgestellt.

“Bauen – Messen – Lernen” ist die Abfolge, die solange wiederholt wird, bis ein Angebot steht, das ausgereift ist und sich gut verkauft. Heute schaue ich mir die drei Schritte genauer an.

Bauen

Eine Art Prototyp wird gebaut. Zum Beispiel eine Software als Beta-Test-Version.

Übertragen auf Dienstleistungen könnte man sagen: Ein Angebot / eine Leistung wird entwickelt. Bekanntlich reicht es ja nicht, einfach nur ganz allgemein Beratung oder Coaching oder Grafik Design oder Text etc. anzubieten.

Es ist wichtig, ein konkretes Angebot zu machen, das eine Lösung für ein bestimmtes Problem verspricht. Zum Beispiel statt „Text“ ein Angebot „So texten Sie eine  Landing Page für Ihr Online-Gruppen-Programm “ oder statt „Coaching“ ein Angebot wie „Zurück in den Job?  Coaching-Gruppe für Frauen mit Kindern“.

Es geht darum, in der kürzest möglichen Zeit das richtige Produkt für die richtigen Kunden zu finden. Hier wird vorgeschlagen, ein minimal akzeptables Produkt herzustellen. Das wird dann Early Adopters vorgestellt, die bereit sind dafür zu bezahlen und die darüber sprechen und uns Feedback geben sollen.

So ein schnell hergestelltes und minimal akzeptables Produkt kann zum Beispiel eine „Coming soon“ Landing Page sein, auf der ein Coaching-Programm angekündigt wird, das demnächst starten soll. Aber erst einmal werden nur Interessensbekundungen von potenziellen Kunden  (per E-Mail) gesammelt.

Messen

Jetzt wird ausgewertet, zum Beispiel wie viele Personen auf die Landing Page geklickt haben, wie viele Interesse bekundet haben, indem sie sich in die E-Mail-Liste eingetragen haben. Auch Messungen per A/B-Splittests gehören in diesen Abschnitt. Umfragen. Marktforschung. Das Messen bezieht sich auch auf das Produkt selber. Übertragen auf Dienstleister würde ich es „Testen einer Angebotsidee“ nennen.

In meinem Workshop „Schnell zu ersten Kunden“ empfehle ich Gründern und jedem, der mit einem neuen „Produkt“ an den Markt geht, genau das. Wer zum Beispiel ein Gruppen-Coaching-Programm auf die Beine stellen will, kann es in „abgespeckter“ Form – also als minimal akzeptables Produkt – testen. Eventuell auch mit nicht-zahlenden Kunden. Beta-Testern sozusagen. Und sich frühzeitig Feedback holen. Statt extrem viel Energie in ein Angebot zu stecken, das vom Markt in der geplanten Form vielleicht gar nicht angenommen wird.

Lernen

Schnell scheitern, um zu lernen, was es zu verändern gilt. Das ist die Devise von Lean Startup in diesem Abschnitt. Die Messwerte werden interpretiert und Entscheidungen werden gefällt. Muss die Strategie komplett geändert werden oder nur Details – zum Beispiel die Überschrift auf der Landing Page? Pivotieren wird das bei Lean Startup genannt. Gemeint ist das Anpassen des eigenen Geschäftsmodells an die Mess-Ergebnisse.

Ich sehe durchaus einige Ansätze, wie Lean Startup auch für Dienstleister, die sich als Wissenvermittler und Veränderungshelfer verstehen, wie Coachs. Berater, Trainer, Kreative, Therapeuten hilfreich sein kann. Vor allem die Kern-Botschaft, dass alle Angebote auf riskanten Hypothesen beruhen ist wichtig – wenn sie nicht zur Demotivation benutzt wird, sondern dazu, wirklich so  schnell wie möglich, die eigenen Angebote am Markt zu testen.

Auch die Botschaft „Scheitern gehört dazu. Scheitern ist gut – solange schnell daraus gelernt wird.“ Schnell im Sinne von: So schnell wie eben möglich, aber auf jeden Fall bevor das Geld ausgeht. Im Detail scheint mir Lean Startup aber wohl doch eher für Hersteller von greifbaren Produkten und Software nützlich – im Kontrast zu nicht-greifbaren Produkten wie Dienstleistungen.

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Über Lean Startup berichet auch Henri Apell in seinem Blog „Coach im Netz“:

www.coach-im-netz.de/2012/06/juniausgabe-der-zeitschrift-starting-up-ein-kurzer-einblick/

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